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Steve G. 911
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Anmeldungsdatum: 01.12.2008
Beiträge: 199
Wohnort: Erkelenz

BeitragVerfasst am: 01.03.2011, 10:20    Titel: Beantwortung der Klausurfragen Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

habe mal begonnen, die Klausuren zu lösen:
Hier SS10, Aufgabe 1A:

Klausur SS10
Aufgabe: Diskutieren Sie (ggf. anhand der Liste von Siebert), warum, bzw. inwieweit institutionelle Regeln für eine Ordnung der Weltwirtschaft sinnvoll sind.

Bevor darauf eingegangen wird, warum und inwieweit institutionelle Regeln für eine Ordnung der Weltwirtschaft sinnvoll sind, müssen die Regeln in einen Kontext gebracht werden. Diese Regeln fallen in den Bereich der International Economic Order (IEO), die folgendes umfasst: „Alle Institutionen und Normen, die Handels- und Finanztransaktionen kontrollieren, die in der internationalen Wirtschaftsordnung stattfinden.“
Hierbei ist es jetzt wichtig, die Begriffe Institution und Organisation voneinander abzugrenzen.
Eine Institution umfasst Spielregeln, die informelle Verhaltensweisen, Gesetze und Besitzrechte beinhalten.
Eine Organisation ist ein tatsächliches Organ, wie der IWF oder die Weltbank.
Kommen wir nun zu den unterschiedlichen Ausprägungen der Regeln im Rahmen einer Institution.
Regeln werden automatisch durch private Geschäfte aufgestellt “internationale Rechtsgesellschaft“.
Nationale Regeln werden über internationale Wirtschaftsbeziehungen aufgestellt. Transstaatliche/Interstaatliche Systeme schwanken/bewegen sich in
1. Ad-hoc-Koordination
2. durch Verträge
3. durch die Aufstellung von IEO’s

Nun zur eigentlichen Frage: Warum machen institutionelle internationale Regeln Sinn? (nach Siebert):
1. Ein einheitliches Rahmenregelwerk erlaubt dezentrale Entscheidungen. Dieses kann die Transaktionskosten für den internationalen Handel verringern.
2. Der Markt als System internationaler Regeln erlaubt solche Entscheidungen und spiegelt Gewinne und Opportunitätskosten sehr gut wieder.
3. Dieser Markt setzt vorhandene Besitzrechte voraus. Deren Akzeptanz sichert den friedlichen Austausch, sie verursachen aber auch Probleme (freie Güter, wie die offene See).
4. Internationale Regeln reduzieren Unsicherheit.
5. Internationale Regeln setzen dem strategischen Verhalten der Regierungen Grenzen, sie haben weniger Spielraum für Fehlverhalten
6. Ähnlich beobachtet spiegeln sie eine Selbsterklärung der Staaten wieder.
7. Regeln können es Staaten leichter machen, zu kooperieren und somit ein nicht-kooperatives Gefangenen-Dilemma zu vermeiden.
8. Spezielle Regeln können Externalitäten korrigieren (Fluss-Problem)
9. Globale öffentliche Güter brauchen spezielle Regeln.

Abschließend stellt sich noch die Frage, warum wähle ich das trans- und interstaatliche Niveau für solche Regelen?

1. Übergeordnete Ziele, wie Gerechtigkeit, sind international wertvolle Güter
2. Int. Ökonomische Maßstäbe
3. Int. Externalitäten, int. Güter
4. Misserfolge bei Kooperation Gefangenen-Dilemma

Das füllt ne halbe Stunde denke ich mal...

Gruß Steve
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Steve G. 911
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Anmeldungsdatum: 01.12.2008
Beiträge: 199
Wohnort: Erkelenz

BeitragVerfasst am: 01.03.2011, 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

hier noch eine:


Klausur SS07 (60Min –Aufgabe)
Aufgabe: Erläutern Sie die Gründung und Fortschritte im GATT bis einschließlich der Uruguay-Runde unter dem Gesichtspunkt, Vertragstreue der teilnehmenden Länder sicher zu stellen.

Vorgehen:
1. Allgemeines zum GATT
2. Havanna-Runde 1947
3. Prinzipien zur Sicherstellung des Freihandels
4. Fortschritte des GATT-Abkommens
5. Triebkräfte für GATT
6. Uruguay-Runde I
7. Uruguay-Runde II

Das Synonym GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) steht für Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen.

Allgemeines zum GATT:
Gegründet nach dem 2.WK, die USA versucht den internationalen Handel durch die Gründung einer internationalen Handelsorganisation (ITO) Havanna Charta zu beleben. Dieser Ansatz wurde jedoch nicht ratifiziert. Im Rahmen des GATT vereinbarten 23 Staaten einen dauerhaften Rahmen für den internationalen Handel.
Die Welthandelsorganisation wurde schließlich gegründet im Jahre 1995 als Resultat der Uruguay-Runde. So entstand das vorläufige GATT. Im Vergleich zu den GATT-Abkommen repräsentiert die WTO eine Internationale Handelsorganisation.
Ziel des GATT war die Reduzierung der Hindernisse für den internationalen Handel. Ziele des GATT waren gleich den Zielen der WTO.
Kritik: zu wenig Druck zur Befolgung der GATT-Regeln.

Havanna-Runde 1947:
Die ursprüngliche Idee war die Gründung einer dritten Einrichtung neben der Weltbank und dem IWF, die die Handelsaspekte der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit überwachen sollte.
Mehr als 50 Länder schlossen sich den Verhandlungen für eine internationale Handelsorganisation (ITO) als eine Kommission/Agentur der Vereinten Nationen an.
Die anfängliche Urkunde/Satzung schloss Regeln bezüglich der Beschäftigung, Warenabkommen, einschränkende Geschäftsmethoden, internationale Investitionen und DL ein, die als ziemlich begierig betrachtet wurden.
Der Plan war, die ITO auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in Havanna/Kuba 1947 zu gründen, was aber nie passierte
Stärkste Opposition kam aus dem US-Kongress, die die angestrebte ITO-Urkunde nicht bestätigte, obwohl die US-Regierung einer der treibenden Kräfte gewesen war
Nur GATT unterzeichnet 1947 das vertragliche Abkommen.
Nicht ergänzt von einer int. Organisation (IEO), wie ursprünglich geplant – aufgrund der Änderung durch die US-Auffassung

Prinzipien zur Sicherstellung des Freihandels:

1.) Liberalisierung: keine neuen, höheren Zolltarife; keine mengenmäßigen Beschränkungen

2.) Reziprozität: nur dann liberalisieren, wenn das Gegenüber auch Zugeständnisse macht; zur Erhöhung der politischen Durchsetzbarkeit von handelspolitischen Zugeständnissen. Das liegt an den Erwartungen an einen ausgewogenen Abbau (Handelsvolumen steigt und Struktur der Güterströme bleibt konstant), dies benötigt gleichwertige Leistungen, sonst wird ein Partner benachteiligt.

3.)Nicht-Diskriminierung: erster und wichtigster Grundsatz verpflichtet die Mitglieder zu einem Handel ohne Diskriminierung, durch die Einräumung der unbedingten Meistbegünstigung: „Alle Vergünstigungen, die einem Mitgliedsstatt des GATT im internationalen Handel gewährt werden, müssen auch allen anderen GATT-Mitgliedern unverzüglich und unbedingt gewährt werden.

Abweichungen nur für regionale Zusammenschlüsse oder/und einseitige Präferenzen bei LDC

Fortschritte des GATT-Abkommen:
Einige Regeln:

1.) Ausnahmen können einfach von Mitgliedern abgestimmt werden
2.) Das Gesetz über Ungehorsamkeiten kann von der 2/3 Mehrheit geheilt werden
3.) Angeklagtes Mitglied/Land muss Strafentscheidung nur akzeptieren/erhält nur seine Bestrafung, wenn es dafür zustimmt.
4.) Fortschritt durch langwierige „GATT-Abkommen-Runden“, in denen alle Mitglieder zustimmen müssen
5.) Uruguay-Runde: letzte erfolgreiche Runde, deren Beschlüsse seit 1995 gelten
6.) Frühere Runden haben sich auf die Zolltarif-Verminderung konzentriert, spätere Runden sind allumfassender geworden.
7.) Regeln des GATT-Abkommens werden durch „Grauzone“-Maßnahmen, Neo-Protektionismus (neue staatliche Schutzzollpolitik) besonders seit den 1980er Jahren überlistet/begrenzt

Triebkräfte für GATT:
Warum ist das GATT entstanden?
Warum in den 40er Jahren?

1. Fundament: Warum ein Vertrag mit so weitreichenden Grundsätzen?
- Reformanstoß nach dem Krieg
- Rolle der Vereinigten Staaten als ein „wohltätiger hegemon (Vorherrschertyp)“: bereit, zusätzliche Kosten trotz der Verbreitung von Vorteilen zu übernehmen.
- US-Weltwirtschaftskrise als Ursache für den 2. WK

2. Prozess: Warum fiel GATT trotz so viel Drückebergerei und nicht überzeugender Regeln nicht auseinander?
- Reputationseffekt als mögliche Erklärung: Bei Reputation geht es nicht unbedingt um das Erscheinungsbild eines Landes, sondern um die zu tragenden Konsequenzen

3. Warum kam es zu einer verfestigten WTO?
- Glaubwürdige Drohungen von regionalisierten Alternativen („Fortress US“, „APEC“ Asia Pacific Economics Cooperation am Anfang der 1990er Jahre)



Resultate aus der Uruguay-Runde I:

1.) Mehr Zolltarif-Senkung (mehr als durchschnittlich 1/3)

2.) Textilwaren: Abschaffen von Nicht-Zolltarif-Barrieren (NTB’s) innerhalb von 10 Jahren

3.) Agrarwirtschaft: Schaltung von NTBs bis Zolltarif und nimmt durch 1/3 innerhalb von 6 Jahren ab erstmals Umsetzung des Prinzips von 1948 in der Agrarwirtschaft

4.) Verträge über Dienstleistungen (generelle Einigkeit über den Dienstleistungs-GATS Abkommen für den DL-Bereich)

5.) und über Rechte am geistigen Eigentum (TRIPS) Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte am geistigen Eigentum

6.) Erläuterung von mehreren GATT-Regeln:

- Schutz-Klausel des Art. 19: Definieren Sie „strengen Schaden“
- Dumpingverbotsgesetz: Definieren Sie „unter Kosten“ Anti-Dumping-Regelung, um Monopolbildung zu verhindern (Dumping-Preis ist kleiner gleich Produktionskosten)
- Subventionen: Definieren Sie die erlaubten (R&D, Gebiete) und verbotenen (Export, decken beharrliche Verluste usw. ab) Subventionsregeln wurde durch GATT präzisiert, um eben zu sehen, welche Subventionen zulässig sind, z.B. Subventionen im Flugzeugbau ist eher eine versteckte Exportförderung

Resultate aus der Uruguay-Runde II:

1.) WTO als eine internationale Organisation!

- WTO-Sekretariat überblickt regelmäßig Mitglieder und präsentiert die Ergebnisse der ministeriellen Konferenz
- Die USA, die EU, Japan, Kanada werden alle 2 Jahre, folgende 16 alle 4 Jahre, andere alle 6 Jahre kontrolliert.
- Handelspolitik der beteiligten Länder unterliegt einer regelmäßigen Aufsicht, die kontrolliert, ob sich das Land an vereinbarte Regeln hält.
- Kleinere Länder werden nicht so häufig, da teuer, kontrolliert – man setzt auf Reputationseffekt
Streitabrechnungsystem!!!
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